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CDU-Seniorenunion Rheine informiert sich über die Planungen für die ehemalige Damloup-Kaserne


30 Mitglieder der CDU-Seniorenunion Rheine ließen sich am Dienstagnachmittag auf dem Gelände der ehemaligen Damloup-Kaserne die Planungen für das zehn Hektar große Areal erläutern. Hier soll schon bald ein innovatives Wohnquartier entstehen. Foto: Dierkes

-kd- RHEINE. Eines der zurzeit wohl spannendsten Konversionsprojekte im Münsterland besuchte die CDU-Seniorenunion Rheine am Dienstagnachmittag – die Damloup-Kaserne im Stadtteil Dorenkamp. Die Kaserne, um 1935 gebaut, wird seit 1998 nicht mehr militärisch genutzt. Die Stadt Rheine möchte das etwa zehn Hektar große Gelände vom Bund kaufen und dort ein innovatives Wohnquartier entwickeln. Bereits 2018 hatte Rheine deshalb gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ihr Erstzugriffsrecht für die Damloup Kaserne erklärt.

Begleitet wurden die CDU-Senioren von Mark Dieckmann, Konversionsmanager der Stadt Rheine. Vorsitzender Robert Winnemöller begrüßte die 30 Senioren. Sein besonderer Gruß galt Markus Doerenkamp, Vorsitzender der CDU-Stadtunion Rheine, sowie Karl Kösters, Mitglied des Kreistages und stellvertretender Landrat.

Zu Fuß ging es zu einem ehemaligen Reit- und Exerzierplatz. Dort stellte Dieckmann die bislang entwickelten Vorstellungen für das neue Wohngebiet vor. Auf dem ehemaligen Kasernengelände sollen vor allem junge Familien bezahlbaren Wohnraum finden. „Eine junge Familie hat meistens keine 400000 Euro, um ein Einfamilienhaus zu bauen“, konstatierte er.

Dieckmann wies zunächst auf den alten Baumbestand hin, der noch möglichst lange erhalten werden solle. Die Schonung der Wurzelräume schränke die Planungsmöglichkeiten allerdings deutlich ein. Dieckmann erwähnte auch mögliche Altlasten. „Wir wissen nicht genau, was da noch alles im Boden steckt.“ Noch vorhandene unterirdische Strukturen böten aber auch Chancen, zum Beispiel ein alter Bunker. „Da könnte einmal unterirdischer Parkraum entstehen. Das Loch ist ja schon da“, zeigte Dieckmann Möglichkeiten auf.

Grundsätzlich solle die Erschließung jedoch „verkehrsarm“ erfolgen, so Dieckmann weiter. Parkraum direkt an der Wohnung werde es wohl nicht überall geben.

Billig werde die Erschließung des Damloup-Geländes nicht. Schon die Entwässerung des Geländes werde wegen des festen Untergrundes sehr knifflig. „Die Grundstückskosten werden für Bauherren sicherlich deutlich höher liegen, als in der Eschendorfer Aue“, prognostizierte Dieckmann. Einen genauen Zeitraum für die Erschließung wollte er nicht nennen. „Wir wollen im nächsten Jahr beginnen. Aber die letzte Wohnung wird sicherlich erst in einigen Jahren vermietet sein.“

In einer anschließenden Fragestunde war vor allem die „verkehrsarme Erschließung“ ein Thema. Einigen ging sie zu weit, anderen nicht weit genug. Warum man bei der verkehrsarmen Erschließung denn überhaupt noch Parkhäuser brauche, wollte eine Dame wissen. Eine andere Dame fürchtete indes, ihren Wocheneinkauf demnächst mehrere hundert Meter weit vom Parkhaus, bzw. „Mobilitätshub“ zur Wohnung transportieren zu müssen. „Ein- und Ausladen direkt an der Wohnung wird aber möglich sein“, versicherte Dieckmann. „Doch wir wissen nicht, wie sich das Thema Mobilität in den kommenden Jahren entwickeln wird. Man darf Stadtplanung nicht immer nur auf das Auto reduzieren.“ Ganz werde man auf das Auto in einer ländlichen Stadt wie Rheine auf absehbare Zeit zwar nicht verzichten können. „Doch wir wollen keine massiven Betonstrukturen schaffen, die hinterher nur noch schwer zu entfernen sind“, machte Dieckmann klar. „Und unterirdisch bauen ist immer sehr viel teurer, als oberirdisch.“

Eine weitere Frage betraf ein bereits kernsaniertes Kasernengebäude, in dem zurzeit Geflüchtete untergebracht sind. Es soll bei einer Überplanung des Areals zunächst stehenbleiben. Später könne es dann einer neuen Nutzung zugeführt werden, sagte Dieckmann. „Vielleicht etwas für die Jugend.“

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 24.09.2020, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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