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Offen mit Schülern reden

 

Esther Blümel (r.) spricht mit einer Schülerin. Sie macht ein studienbegleitendes Praktikum.

Ann-Christin Hesping

RHEINE. Gut ein Jahr ist es her, dass Rebecca Hinnah ihre Stelle als Schulsozialarbeiterin an der Grüterschule in Rheine antrat. Seitdem hat sich viel getan an der Schule. Jetzt haben Hinnah und die Lehrkräfte an der Schule auch noch tatkräftige Unterstützung: Marlen Oliveira (20) und Mario Savic (18) absolvieren hier ihren Bundesfreiwilligendienst und Esther Blümel (21) ein studienbegleitendes Jahrespraktikum. Sie studiert in Enschede Soziale Arbeit. Im MV-Gespräch berichten die drei von ihren ersten Erfahrungen.

Es ist sicher keine einfache Zeit, in der Marlen, Esther und Mario ihre Bundesfreiwilligendienste beziehungsweise ihr Praktikum beginnen. Denn Corona hat die Arbeit ganz schön ausgebremst, erst jetzt beginnt sich eine neue Routine zu bilden. Klassenübergreifende AG-Angebote können im Moment (noch) nicht wieder stattfinden. Aber die Arbeit innerhalb der Klassen und in Einzelgesprächen konnte bereits wieder aufgenommen werden. „Unsere Bufdis und Praktikanten sind eine Riesenunterstützung für uns“, sagt Rebecca Hinnah. Mit Esther plant sie gerade zum Beispiel ein Projekt zum Thema sexualisierte Gewalt. Mario und Marlen sind oft in den Klassen unterwegs, um zu schauen, wo Schüler noch mehr Unterstützung brauchen.

„Der erste Kontakt mit den Schülern war etwas ungewohnt. Ich war unsicher, wie ich auf sie zugehen sollte. Aber jetzt ist das ganz entspannt“, berichtet Mario von seinen Erfahrungen. Auch von den älteren Schülern, die ja nur wenige Jahre jünger als die „Bufdis“ sind, würden sie akzeptiert. Mario leitet mittlerweile zum Beispiel die Fahrradwerkstatt und begleitet die Praxisklasse donnerstags zur Kreishandwerkerschaft. „Jeder kann hier seine Stärken einbringen“, freut sich Hinnah über das Engagement. „Es ist sehr spannend mit den Schülern zu arbeiten“, findet auch Marlen, und Esther ergänzt: „Ich finde es immer schön zu sehen, was für ein Vertrauen die Kinder uns entgegenbringen. Mit uns können sie offen reden.“

Auch für die Lehrkräfte sind sie eine willkommene helfende Hand im Unterricht. „Für die Schüler ist es gut, wenn sie nicht immer nur ihre Klassenlehrer als Ansprechpartner haben“, betont Lehrerin Christiane Hoim.

„Jeder kann hier seine Stärken einbringen.“

Rebecca Hinnah, Schulsozialarbeiterin

Vor einem Jahr nahm Rebecca Hinnah ihre Arbeit als Schulsozialarbeiterin auf. Die Pläne, eine intensivere Betreuung für die Unterstufe sowie eine Mädchen AG zu etablieren (MV berichtete), hat sie mittlerweile umgesetzt – mit Erfolg, wie sie sagt: „Die Angebote werden gut angenommen, vor allem die Mädchen AG stieß auf große Resonanz. Es war wichtig für die Mädchen, einen Raum für sich zu haben.“ Für die jüngeren Kinder, vor allem die Erstklässler, gibt es Gruppenstärkungsprojekte. Anhand von Gefühlskarten mit (süßen) Monstern drauf lernen die Kinder zum Beispiel, Emotionen zu erkennen und einzuordnen.

Schulsozialarbeit

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 07.11.2020, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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