Das Land hat noch nicht entschieden

 
 

-mas- RHEINE. Ob das Emsland-Gymnasium einen zusätzlichen Bildungsgang als Bündelungsgymnasium einrichten wird, habe das nordrhein-westfälische Schulministerium noch nicht entschieden. Das teilte die Bezirksregierung Münster auf Anfrage mit. Frühestens in der kommenden Woche sei mit einer Entscheidung zu rechnen.

Zu den Herausforderungen an den Gymnasien in Nordrhein-Westfalen zählt die Umstellung des Systems von acht auf neun Jahre. Als Bündelungsgymnasium werden die Gymnasien bezeichnet, die beim Übergang vom acht- auf das neunjährige Gymnasium eine Stufe im Schuljahr 2023/24 einrichten, um die Schülerinnen und Schüler aus einer Region zu bündeln, die entweder in einem gymnasialen Bildungsgang den Übergang von der Einführungsphase (EPh) auf die Qualifikationsphase (Q1/Q2) nicht erreichen oder beim Wechsel von einem anderen Bildungsgang auf ein Gymnasium in die Einführungsphase eintreten wollen.

Im Kreis Steinfurt habe in den vergangenen Wochen unter Beteiligung der Bezirksregierung Münster die Abstimmung zwischen den Schulträgern der Gymnasien stattgefunden, teilte Rheines Schuldezernent Raimund im jüngsten Schulausschuss mit. Das Ergebnis: Im Kreis Steinfurt haben sich zwei Gymnasien bereit erklärt, einen Bildungsgang „Bündelungsgymnasium“ einzurichten – und zwar das Johannes Kepler Gymnasium in Ibbenbüren und das Emsland Gymnasium in Rheine.

Wie viele Schülerinnen und Schüler der neue Bildungsgang erreicht, ob am Emsland die räumlichen Kapazitäten reichen und ob die Schule mit Einrichtung des Bildungsganges zusätzliches Personal in welchem Umfang erhält, teilte die Bezirksregierung unserem Medienhaus auf Anfrage nicht mit. Offen blieb auch die Frage, ob die Einrichtung des Bildungsganges an der Euregio-Gesamtschule, die ohnehin durchgehend mit neun Stufen arbeitet, nicht die bessere Alternative gewesen wäre. Die Sprecherin verwies auf die noch ausstehende Entscheidung in Düsseldorf.

Laut Gausmann sollen Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Steinfurt am Bündelungsgymnasium aufgenommen werden, die entweder in einem gymnasialen Bildungsgang den Übergang von der Einführungsphase (EPh) auf die Qualifikationsphase (Q1/Q2) nicht erreichen oder beim Wechsel von einem anderen Bildungsgang wie der Real- oder Sekundarschule auf ein Gymnasium in die Einführungsphase eintreten wollen. Die Größenordnung könne bei etwa 30 Schülerinnen und Schülern liegen, schätzte Gausmann. Nach einem Bericht der Rheinischen Post, die die Einrichtung eines Bündelungsgymnasium in Radevormwalde im Bergischen Land meldet, soll die Mindestschülerzahl 42 betragen.

Jenseits des Bildungsganges Bündelungsgymnasium kalkuliert das nordrhein-westfälische Schulministerium aufgrund der Umstellung auf G9 zum Schuljahr 2026/27 einen Mehrbedarf von landesweit rund 4200 Lehrerstellen. Um die Schaffung und Ausstattung von Schulraum zur Verfügung stellen zu können, will das Land 518 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 27.01.2022, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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