Temporäre Erweiterung um 80 Wohnplätze
 
 

-sk- RHEINE. Die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete (ZUE) an der Mittelstraße in Rheine wird vorübergehend um 80 Plätze auf rund 580 Wohnplätze erweitert. Das teilte die Bezirksregierung gestern mit. Zum 1. März sollen die zusätzlichen Container bezugsfertig sein.

Seit August des vergangenen Jahres sei die Zahl der Ankünfte von Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen wieder gestiegen, sagte Bezirksregierungs-Sprecher Ulrich Tückmantel auf Anfrage unseres Medienhauses. Viele Geflüchtete kämen derzeit aus Syrien und Afghanistan. Aufgrund der Corona-Pandemie sei die Zielsetzung der Bezirksregierung, die Unterbringungseinrichtungen nur zu 60 Prozent zu belegen. Somit soll der gesundheitliche Schutz der Bewohner gewährleistet werden. Die real zur Verfügung stehen Betten sollten also niemals alle belegt sein.

Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen habe man nun frühzeitig reagiert. Eine Situation wie im Jahr 2015, als die Plätze rar waren, gelte es zu verhindern. Deshalb werden bis zum 1. März 20 Wohn- und sechs Sanitär-Container auf dem Gelände der ehemaligen Damloup-Kaserne aufgestellt. An der Schließung der Zentralen Unterbringungseinrichtung zum 31. Dezember halte man aber fest: „Dann hinterlassen wir das Gelände besenrein“, sagte Bezirksregierungs-Sprecher Tückmantel. Die Stadt Rheine hat das zehn Hektar große Gelände der ehemaligen Damloup-Kaserne – wie berichtet – gekauft und plant hier ein Wohngebiet mit rund 650 Wohneinheiten.

Die ZUE Rheine wurde 2015 zunächst als Notunterkunft in Form einer Zeltstadt in Betrieb genommen. Die Bewohner sind hier so lange untergebracht, bis ihr Flüchtlings-Status geklärt ist. Im ersten Pandemie-Winter 2020 diente die Einrichtung vorübergehend als Corona-Schutzeinrichtung zur Entlastung der NRW-Erstaufnahmeeinrichtung in Unna-Massen.

Im Regierungsbezirk Münster gibt es derzeit auch in Dorsten, Ibbenbüren, Marl und Münster Zentrale Unterbringungseinrichtungen. Die Bezirksregierung plant, weitere Standorte zu eröffnen. Generell sei die Unterbringung von Geflüchteten immer ein „atmendes System“, das stets angepasst werde, sagte Tückmantel.

 

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 28.01.2022, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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