Förderverein Waldhügel führt jährliche Aufräumaktion durch

 

RHEINE. Es gehört schon zur guten Tradition des Fördervereins Waldhügel in Rheine, dass sie kurz vor Frühjahrsbeginn losziehen, um mit Mitgliedern und Gästen Büsche an der Habichtshöhe, einem Randbezirk des Naturschutzgebietes „Waldhügel“, zu beschneiden und den Boden von Laub zu befreien. „Das machen wir jedes Jahr in Absprache mit den Technischen Betrieben Rheine, denn das hier ist städtisches Gebiet. Die abgeschnittenen Zweige und Blätter sammeln wir. Sie werden dann von Mitarbeitern des städtischen Bauhofes abgeholt und entsorgt“, erklärte Reinhard Hundrup, seit 13 Jahren Mitglied und erster Vorsitzender des Fördervereins.


Nach dem Sturm rückten sie am Mittwoch und jetzt noch einmal am Karnevalssamstag an. Elf Frauen und Männer waren an diesem sonnigen Samstag dabei, der auch eine gesellige Zugabe beinhaltete. Martina Hundrup brachte – wie immer – das stärkende Frühstück vorbei.

Maschinen sind nicht im Einsatz, wenn man mal vom Deutz-Trecker (Bj. 1958) von Mitglied Theo Winter absieht. „Ich wohne auch in der Nähe. Es ist eben ein wunderschönes Gebiet. Man trifft sich, man kennt sich. Es ist ein schöner Gemeinschaftssinn“, so Winter.

„Wir haben eine ungeheure Artenvielfalt. 918 Wildpflanzen wachsen hier, davon allein 16 Wildrosen und 15 Wildorchideen. Noch dazu wachsen hier Buchen, die etliche Jahrzehnte alt sind“, sagte Hundrup. Vor knapp 30 Jahren wurde das Gebiet um den ehemaligen Kalkabbau renaturiert. Die Mitglieder kümmern sich seitdem ganzjährig um die Pflege und den Erhalt des circa 82 Hektar großen Naturschutzgebiets. Sie sorgten auch für die Aufstellung der Hinweise für Wanderer und Autofahrer. Es wird nur gepflegt, nicht angepflanzt, denn das überlassen sie ganz der Natur.

Birgit Hauenschild ist erst seit kurzem Mitglied im Verein. „Ich freue mich, dass ich an meinem Lieblingsort mithelfen kann. Ich habe auch schon Mountainbiker im Wald gesehen und Schwimmer im See. Beides ist verboten. Dafür habe ich kein Verständnis“, so Hauenschild. Oliver Neumann ist als Gast zum ersten Mal dabei. „Es macht einfach Spaß mit so vielen Leuten“, freute sich Neumann. Mitglied Manfred Bröker hat aber auch Positives beobachtet: „Ich habe hier schon Familien gesehen, die den Müll von anderen aufsammeln und entsorgen. Auch die Vogelvielfalt ist einfach schön. Ein Uhupärchen haben wir nicht mehr, und leider auch keine Nachtigallen.“

„Das Bewusstsein für die Natur ist gewachsen in den letzten Jahren. Wir haben zurzeit 230 Mitglieder mit stets steigender Tendenz“, ergänzte Hundrup. Jenseits der Säuberungsaktion geht Hundrup jeden Tag zum Schafstall hoch, den der Verein 2010 gebaut hat, um die Heidschnucken zu füttern. „Sie kennen mich schon“, sagte Hundrup lachend und schob die Schubkarre mit dem Futter hoch.

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 02.03..2022, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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