Neuer Klanggarten lädt zum Ausprobieren ein
Rheine, 13.04.2026
Im Rahmen eines kreativen Workshops für Schülerinnen und Schüler ist im Park des St. Josefshauses ein neuer Klanggarten entstanden. Initiiert wurde das Projekt vom gemeinnützigen Quartiersprojekt Rheine und unter fachlicher Anleitung von Heide Bertram, Leiterin der Mobilen Musikwerkstatt Münsterland, umgesetzt.
Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 arbeiteten dabei eine Woche lang gemeinsam mit Seniorinnen und Senioren des St. Josefshauses an verschiedenen Klangobjekten. Ziel war es, generationenübergreifend kreativ zu werden und gleichzeitig etwas Bleibendes für das Gelände zu schaffen.
Bereits zu Beginn des Workshops wurde bei bestem Wetter gemeinsam angepackt: Die Jugendlichen entluden den Materialanhänger und trafen erste Absprachen mit der Hausleitung Natascha Tyrrell-Besta sowie dem Hausmeister. Gemeinsam wurde festgelegt, wo und wie die Klangobjekte dauerhaft und stabil im Park installiert werden können.
Unter Anleitung von Heide Bertram entstanden schließlich vier unterschiedliche Klangstationen: ein Glöckchennetz im Pavillon, ein Glockenstabspiel, eine sogenannte Donnerwolke mit zwei Regenrädern sowie eine Bambusratsche entlang der Parkwege. Besonders das Glöckchennetz wurde in enger Zusammenarbeit mit den Seniorinnen und Senioren des St. Josefshauses gefertigt.
„Am Anfang wussten wir gar nicht, was aus den vielen Materialien werden sollte – aus Holzbalken, Bambusrohren oder sogar zwei Fahrrädern. Aber mit den Anleitungen haben wir es gemeinsam geschafft“, berichtet eine Schülerin. Eine andere ergänzt: „Mir hat besonders das Anfertigen des Glöckchennetzes zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gefallen. Das Knüpfen des Makramees war total entspannend – und zusammen gingen auch schwierige Knoten viel leichter.“
Während des Workshops wurde gesägt, gebohrt, gehämmert und immer wieder getüftelt. Nicht alles klappte auf Anhieb, manches musste neu zugeschnitten werden – doch genau das machte den Reiz aus. Die Jugendlichen entdeckten neue Fähigkeiten und waren stolz auf ihre eigenen Fortschritte.
Auch abseits der handwerklichen Arbeit entstand ein lebendiger Austausch zwischen den Generationen. Beim gemeinsamen Mittagessen – frisch zubereitet in der hauseigenen Küche des St. Josefshauses – und in Gesprächen zwischendurch stellten die Jugendlichen viele Fragen zum Alltag im Seniorenzentrum. So erhielten sie auch einen direkten Einblick in das Leben im St. Josefshaus: Fragen wie „Warum läuten hier die Glocken?“ oder „Was ist eine Pflegestufe?“ konnten im persönlichen Austausch beantwortet werden.
Gleichzeitig weckten die Klangobjekte Erinnerungen: „Als wir erklärt haben, wie die Bambusratsche funktioniert, erinnerte sich eine Ordensschwester daran, wie sie als Kind mit einem Stock am Geländer entlanggeratscht hat – da haben ihre Augen richtig geleuchtet“, erzählt Maria Waltermann, Quartiersmanagerin und Projektverantwortliche. Eine Bewohnerin brachte es begeistert auf den Punkt: „Ach, ist das toll – wir dürfen hier richtig Krach machen!“
Den Abschluss bildete eine kleine Präsentation, zu der auch die Eltern und Geschwister der Schülerinnen und Schüler eingeladen waren. Gemeinsam wurde der neu entstandene Klanggarten ausprobiert. Die Jugendlichen erklärten nicht nur die Funktionsweise der einzelnen Stationen, sondern zeigten auch stolz, wie die Objekte gebaut wurden und zum Klingen gebracht werden können.






