Die Parkplätze sind schon mal fertig
RHEINE. Die Mobilitätshubs bilden die Herzstücke des neuen, weitgehend autofreien Quartiers „Europaviertel“. Insgesamt entstehen drei dieser „Quartiersgaragen“ mit jeweils rund 200 Stellplätzen. Sie bündeln nicht nur den ruhenden Verkehr, sondern bieten darüber hinaus moderne Mobilitätsangebote wie Car-Sharing, E-Lastenrad-Sharing sowie Flächen für Paketstationen. Das erste Mobilitätshub wurde nun fertiggestellt und offiziell übergeben.
Durch die dezentrale Anordnung am Rand des Quartiers sind die Wege für die Bewohnerinnen und Bewohner kurz: Etwa 150 Meter trennen die Wohnungen laut Pressemitteilung der Stadt Rheine von den Mobilitätshubs.
Vertreter der Stadt Rheine, des ausführenden Bau- und Dienstleistungsunternehmens Goldbeck sowie der Stadtwerke Rheine als künftige Betreiberin kamen zur Schlüsselübergabe zusammen.
Der Bau des ersten Hubs erstreckte sich von Mai 2025 bis Januar 2026. Im Anschluss wurden die Außenanlagen errichtet, nun wird das Parkleitsystem installiert. Damit ist das Gebäude nach dem benachbarten Kindergarten das nächste vollständig realisierte Element des Quartiers und „wird betriebsbereit sein, bevor die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen“, heißt es in der Pressemitteilung.
Bereits jetzt sind circa 30 Prozent der Stellplätze mit einer Wallbox ausgestattet. „Wir haben bereits die Voraussetzungen geschaffen, die es uns ermöglichen, bis zu 90 Prozent der Stellplätze mit Wallboxen zu versehen“, wird Rheines Baudezernent Mark Dieckmann zitiert.
Ein zentrales Ziel des Konzepts ist es, den Autoverkehr im Quartier bewusst zu reduzieren. Für eine maximale Flexibilität gibt es keine feste Zuordnung von Parkplätzen. Für Bewohnerinnen und Bewohner ohne eigenes Auto entstehen keine Kosten. Wer einen Stellplatz nutzt, zahle einen „vergleichsweise geringen monatlichen Beitrag“, schreibt die Stadt, ohne diesen in der Mitteilung näher zu definieren. Im Bau- und Mobilitätsausschuss war zuletzt über 29 Euro im Monat beraten worden.
Der Betrieb des Hubs finanziert sich über die Parkeinnahmen. Perspektivisch kann, je nach freier Kapazität, die Nutzung auch für externe Nutzerinnen und Nutzer erfolgen.
Beim Bau wurden ausschließlich sortenreine, vollständig recycelbare Materialien verwendet. Ein Gründach, eine Photovoltaikanlage sowie Maßnahmen zur Regenwasserrückhaltung im Sinne des Schwammstadt-Prinzips tragen zur Nachhaltigkeit bei. Schallabsorbierende Decken und spezielle Fassaden sorgen zudem für einen verbesserten Lärmschutz.
Die Nutzung erfolgt über eine Quartiers-App, die noch entwickelt wird. Für den Bau des Mobilitätshubs hat die Stadt Rheine eine Landesförderung in Höhe von 846.000 Euro erhalten. Für den Bau des Hubs stehen rund vier Millionen Euro im Haushalt. Die Goldbeck-Geschäftsstelle Osnabrück verantwortete die Planung und Umsetzung.
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 25.04.2026, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
alle Rechte vorbehalten.






