Zwei beste Freundinnen führen die SV
Serie Schülersprecherinnen stellen sich vor – heute: Gonca Ipek und Paula Miethe (17) vom Emsland-Gymnasium
RHEINE. Ein Schülersprecherinnen-Duo, bestehend aus zwei besten Freundinnen? Nachdem deren beiden Schwestern diesen Posten auch schon zusammen ausgeführt hatten? Ja, das gibt es. Und zwar am Emsland-Gymnasium, wo Gonca Ipek und Paula Miethe seit Anfang des Schuljahres die Interessen ihrer Mitschülerschaft vertreten. Im Gespräch mit unserem Medienhaus sprechen Ipek und Miethe über Projekte und gutes Teamwork in der Schülervertretung, aus ihrer Sicht teilweise mangelndes Engagement seitens der Lehrkräfte und ihre ambitionierten beruflichen Ziele.
„Es ist schon ganz cool, das Ganze mit seiner besten Freundin zu machen“, sagt Gonca Ipek. Profitiert haben sie und Miethe davon, dass am Anfang des Schuljahres neben einem weiteren Duo niemand anderes zur Wahl antrat. Skurril: Ihre beiden Schwestern waren bereits gemeinsam Schülersprecherinnen am Gymnasium.
Hauptaufgabe der beiden ist es, die Sitzungen der Schülervertretung zu leiten. Auch die Teilnahme an Schulkonferenzen gehört dazu – hier sitzen sechs Eltern, sechs Lehrerinnen und Lehrer sowie sechs Schülerinnen und Schüler. Vermeintlich sind die Interessen gleich verteilt, aber: „Es sind zwölf Erwachsene gegen sechs Kinder. Da haben wir als Schülerschaft eher eine halbe Stimme“, meint Miethe.
Ipek und Miethe betreuen als Schülersprecherinnen einige Projekte. „Die schönste Aktion ist unser Geldsammeln für Kinderheime“, sagt Ipek. In der Vorweihnachtszeit geht die SV durch die Klassen, sammelt freiwillige Geldbeiträge der Lehrer und Schüler ein, um damit Gutscheine für entsprechende Wohngruppen zu kaufen. Mit diesen können Kinderheime dann Ausflüge zum Laser-Tech oder in den Kletterwald unternehmen. Im vergangenen Winter sind dadurch 500 Euro zusammengekommen.
Darüber hinaus bietet die SV für die Unterstufe einen Kinderkarneval an. Auch die Organisation des abendlichen Volleyball-Turniers für die Oberstufe, das am Emsland-Gymnasium jährlich stattfindet, unterliegt dem Schülersprecherinnen-Duo. Hier können auch Ehrenamtliche und Lehrer-Teams mitmachen. Aber: „Es ist manchmal schwer, genug Lehrer für unsere Projekte zu gewinnen“, sagt Miethe. Das vergangene Volleyball-Turnier hätte eigentlich am Nikolaustag stattgefunden, musste dann aber in den Januar verlegt werden, „weil es für die Lehrer zu stressig war, was wir auch voll verstehen können.“ Das Turnier wurde in den Januar verschoben – allerdings weiterhin ohne Lehrerteam. „Es haben sich auch nur drei Lehrer für die Aufsicht des Turniers gemeldet“, beklagt Miethe. Erst am Vorabend des Turniers stand fest, dass genug Aufsichtspersonen präsent sein werden.
Was sich nach viel Arbeit neben dem normalen Schulalltag anhört, ist auch dank gutem Teamwork möglich: „Wir sind 20 Leute in der SV, deshalb können wir uns die Aufgaben ganz gut aufteilen“, sagt Miethe. Nach den Sommerferien wurden die groben Verantwortlichkeiten in einer gemeinsamen SV-Fahrt nach Bremen festgelegt. Ganz aktuell beschäftigt sich die SV mit einem Anti-Rassismus-Projekt.
Würde Schulleiterin Diana Schilling den beiden Schülersprecherinnen ein unbegrenztes Budget zur Verfügung stellen, dann wissen Ipek und Miethe neben der Idee eines neuen Wasserspenders genau, wofür sie es gebrauchen könnten: „Wir fanden ein farbenfrohes Holi-Festival für den Anti-Rassismus-Tag sehr ansprechend, haben uns dann aber mal die Preise von den Farbtütchen angesehen. Da würde unsere Schule wahrscheinlich insolvent gehen“, sagt Ipek mit einem Lachen. Aber im Ernst: Für über 1.000 Euro hätte jeder Schüler bzw. jede Schülerin lediglich ein Farbtütchen bekommen.
Auch neben der Schule übernehmen die beiden Verantwortung. Miethe ist Tanztrainerin eines Solo-Mariechens in Hauenhorst, Ipek ist Jugendleiterin beim Segelfliegen. Durch ihren Vater, der Motorflieger ist, ist sie in diesen Bereich gekommen. „Es ist vor allem ein Männerbereich, aber ich werde da sehr ernst genommen“, sagt Ipek. Nach der Schule möchte die junge Pilotin Ingenieurin für Luft- und Raumfahrt oder Erneuerbare Energien werden. Miethe möchte nach dem Abitur erstmal reisen – vermutlich nach Mittelamerika. Was danach kommt? „Ich kann mir eine Arbeit mit Kindern gut vorstellen.“
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 09.05.2026, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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