Einsamkeit im Alter bekämpfen
-tt- RHEINE. „Der erste soziale Kontakt findet in der Familie statt. Irgendwann ziehen die Kinder aus und später verstirbt vielleicht der Partner. Der zweite Kontakt ist am Arbeitsplatz, aber dann kommt man in Rente. Was dann?“, fragte Bernd Weber von der KAB Paulus-Stiftung Rheine. Dann werden Menschen im Alter oft einsam – in Rheine fühlen sich rund 7000 Seniorinnen und Senioren einsam.
Deswegen beteiligt sich die KAB Paulus-Stiftung Rheine an der bundesweiten Aktionswoche „Gegen Einsamkeit im Alter“. Am gestrigen Montag wurde sie in Rheine durch Bernd Weber und Bürgermeister Peter Lüttmann auf dem Pfarrer-Bergmannshoff-Platz im Dorenkamp eröffnet. „Von Nord nach Süd, von Ost nach West“ reist die Veranstaltung durch die Stadtteile, sagt Weber. Das Ziel ist klar: „Die Menschen wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft holen“.
Anfang 2026 gründete sich das Netzwerk gegen Einsamkeit mit 40 Männern und Frauen. „Wir haben uns gefragt: Wie können wir das Angebot gegen Einsamkeit in Rheine verbessern? Wie können wir die bestehenden Angebote bekannter machen?“, erzählt Weber. Ein wichtiger Schritt sei jetzt diese Aktionswoche.
Hier können sich Menschen über die Angebote in ihren Stadtteilen informieren. Vom wöchentlichen Doppelkopf spielen, bis zur großen Seniorenreise – viele Veranstaltungen werden vorgestellt. „Dabei wechseln die Aussteller je nach Ort. Im Schotthock werden Angebote im Schotthock vorgestellt, in Mesum welche aus Mesum“, sagt Weber.
Ein Angebot wird es aber in jedem Stadtteil geben: kostenlose Rikscha-Fahrten vom „Radeln ohne Alter“. Die gesamte Woche über werden Schnupperfahrten angeboten. „Wir wollen so das Gefühl vermitteln, was Rikscha-Fahrten eigentlich sind“, verrät Heino Knuf vom „Radeln ohne Alter“. Währenddessen wird alles rund um das Angebot erklärt. „Die Menschen sollen uns kennenlernen.“
Wichtig im Kampf gegen Einsamkeit sind die sogenannten „Dritten Orte“, sagt Weber. „Das sind ungezwungene Orte, wo Menschen hingehen und andere treffen. Zum Beispiel die Stadtbücherei oder das Begegnungszentrum Mitte 51.“ Doch soll bei diesem Angebot noch nicht Schluss sein. „In den Einrichtungen sollen auch Menschen sein, die wissen, wie man jemanden, der einsam ist, da raus holt“, lautet Webers Plan. Es soll mehr Richtung Qualifizierung gehen, damit sich die Angebote weiter entwickeln. Auch gänzlich neue Angebote, ergänzend zu den Bestehenden, schließt Weber in Zukunft nicht aus.
Heute stehen die Aktionsstände von 14 bis 18 Uhr auf dem Parkplatz im Westpark an der Felsenstraße. Am Mittwoch, 24. Juni, geht es von 14 bis 18 Uhr im Basilika-Forum, Osnabrücker Straße 34, weiter. Am Donnerstag, 25. Juni, steht das Angebot in Mesum von 14 bis 18 Uhr in der Alten Bahnhofstraße. Freitag, 26. Juni, geht es von 9 bis 13 Uhr ins Ludgerusforum, Bonifatiusstraße 50, im Schotthock weiter. Der Samstag, 27. Juni, bildet den Abschluss von 10 bis 14 Uhr auf dem Marktplatz.
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 23.06.2026, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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